Retourkutschen
Seit ungefähr 15 Jahren treten Aktivisten mit der Selbstbezeichnung „Wir sind Kirche“ bzw. „Initiative Kirche von Unten“ immer wieder in der Öffentlichkeit auf mit dem Anspruch, innerkatholisch die Meinung des Kirchenvolkes oder der Laien zu vertreten. Auch wenn diese anmaßende Legitimation nicht vom Kirchenvolk kommt – insofern ist es übrigens auch falsch, von einem demokratischen Kirchenmodell zu sprechen – so beanspruchen sie diese Legitimation und nutzen sie dazu, um im Grunde nicht genuin katholische, sondern moderne Auffassung aus den Ideologien der letzten beiden Jahrhunderte in die katholische Lehre einfließen zu lassen. Im Prinzip geht es um das Verwerfen des von Christus überlieferten Glaubensschatzes und Ersetzen durch ein selbstgemachtes Weltbild, dem sich Gott anzupassen hat.
Als Papst Benedikt im Januar die Exkommunikation der lefebvristischen Bischöfe aufhob, ging nicht zuletzt initiiert durch die Kirchenaktivisten eine Welle der Empörung durch die Medien. Papst Benedikt beklagte die Reaktionen in einer sehr persönlichen Stellungnahme:
„Ich höre, daß aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten. Ich lerne daraus, daß wir beim Heiligen Stuhl auf diese Nachrichtenquelle in Zukunft aufmerksamer achten müssen. Betrübt hat mich, daß auch Katholiken, die es eigentlich besser wissen konnten, mit sprungbereiter Feindseligkeit auf mich einschlagen zu müssen glaubten.“
Ich kann mich täuschen, aber die jüngste Entscheidung des Vatikans scheint eine logische Konsequenz aus den Ekel erregenden Aktivitäten jener Aktivisten zu sein. Laut „Wir-sind-Kirche“ meldet kna, der vatikanische Gerichtshof habe entschieden, daß „Wer sich den öffentlichen Protesten der Organisation gegen Papst, Bischöfe und Lehramt anschließe, … unfähig zur Mitgliedschaft in kirchlichen Räten“ sei.
Die Aktivisten sprechen nun in ihrer schamlosen Machtverblendetheit davon, daß ihnen Rom den „Dialog verweigere“. Zornesröte kann einem ins Gesicht steigen als ein Katholik, der nie in einem Gremium sitzen brauchte, um jeden erwünschten Dialog zu führen.
Nicht der Dialog ist Euch verweigert worden, sondern es ist klargestellt worden, daß sich nicht jeder Bischof oder Priester Eure bequeme Sesselpupserei in kirchlichen Gremien gefallen lassen muß. Raus mit Euch, aber Dalli! Sucht Euch Parteien, wenn ihr regieren wollt, aber erspart endlich den harmlosen Gläubigen Euer überkommenes und substanzlose Gelalle.
Wurde auch Zeit, dass der Vatikan diese Entscheidung getroffen hat! Danke für den Beitrag. „Sesselpupserei“. *LOL*