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Archiv für Juli 2008

Im Sommer Laufen

13. Juli 2008 Kommentieren

Zwischendurch ein Zwischenbericht für alle Freunde der körperlichen Ertüchtigung: Die aktuelle Witterung ist excellent geeignet für angenehmes, langes Lauftraining. Mit hinreichender Konsequenz wird die Kondition immer besser und das Laufen eignet sich gut, um körperlich top-fit zu werden. Die Pfunde purzeln, während Herz und Muskulatur gestärkt werden. Manche Wehwehchen kennt man nur noch vom Hörensagen.

Als Trainingsplan reicht ein dreimaliges Training zu festen Zeiten: Mittwochs 10km, Freitags 9km Tempo, Sonntags 15km im Schneckentempo.

So lässt es sich bei Sonne, Wind und Regen (keine Ausreden!!!) gut trainieren. Die Anmeldung für den Halbmarathon im Oktober ist raus, bis dahin ist noch etwas Zeit für Trainingssteigerungen, die aber im wesentlichen sonntags beim langen Lauf erfolgen.

Zur Nachahmung angeraten.

Eine schreckliche Metzelei

5. Juli 2008 1 Kommentar

Kurt Tucholsky schrieb häufig kurze Polemiken, so auch zum Thema Krieg. Die Aussage „Soldaten sind Mörder“ stammt ursprünglich aus der Glosse „Der bewachte Kriegsschauplatz“, die Kurt Tucholsky in der Zeitschrift „Die Weltbühne“ Nr. 31 am 4. August 1931 publizierte. Gemeint ist der Erste Weltkrieg, aber da wusste ja noch niemand, daß es erst der Erste war, da der Zweite ja noch bevorstand. So schrieb er unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel:

Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.

Die Kurt Tucholsky-Gesellschaft publiziert den kompletten Text. Gegen Ende erfährt der Leser die Quelle der Inspiration:

Es ist ungemein bezeichnend, daß sich neulich ein sicherlich anständig empfindender protestantischer Geistlicher gegen den Vorwurf gewehrt hat, die Soldaten Mörder genannt zu haben, denn in seinen Kreisen gilt das als Vorwurf. Und die Hetze gegen den Professor Gumbel fußt darauf, daß er einmal die Abdeckerei des Krieges „das Feld der Unehre“ genannt hat. Ich weiß nicht, ob die randalierenden Studenten in Heidelberg lesen können. Wenn ja: vielleicht bemühen sie sich einmal in eine ihrer Bibliotheken und schlagen dort jene Exhortatio Benedikts XV. nach, der den Krieg „ein entehrendes Gemetzel“ genannt hat und das mitten im Kriege! Die Exhortatio ist in dieser Nummer nachzulesen.

Die Gendarmen aller Länder hätten und haben Deserteure niedergeschossen. Sie mordeten also, weil einer sich weigerte, weiterhin zu morden. Und sperrten den Kriegsschauplatz ab, denn Ordnung muß sein, Ruhe, Ordnung und die Zivilisation der christlichen Staaten.

Nun fällt jedem Leser auf, daß es Tucholsky durchaus nicht friedfertig ist, wie könnte es eine Polemik auch sein. Auch jene, die sich später auf ihn berufen haben, um eine „pazifistische Gesinnung“ – oft steinewerfend, zumindest aber aggressiv vorzutragen, hätten besser daran getan, sich den Urgrund der Friedfertigkeit anzuschaun:

Der Text der Benediktschen Exhortatio aus dem Jahre 1915 liegt daher Online auf deutsch vor, sein Inhalt ist aktueller denn je, und der Friedensappell verliert sich nicht in der Demütigung der Soldaten, sondern in Vorschlägen an die Leiter der Nationen.

Des Heiligen Vaters Weltfriedensmahnung

5. Juli 2008 Kommentieren

Zum Jahrestag des Kriegsausbruchs

Als Wir, wenn auch ohne Unser Verdienst, auf den Apostolischen Stuhl berufen wurden als Nachfolger des sanftmütigen Papstes Pius X., dessen heiligmäßiges, gesegnetes Leben durch den Schmerz über den kurz vorher in Europa entbrannten Bruderkrieg verkürzt worden, fühlten auch wir, indem wir trüben Blickes auf die blutgetränkten Felder schauten, das Herzeleid eines Vaters, der sein Haus von einem furchtbaren Orkan zerstört sieht. Und mit unaussprechlichem Kummer an Unsere jungen Söhne denkend, die zu tausenden dahingemäht werden, fühlten wir in Unserem von der Liebe Christi erfüllten Herzen den ganzen Schmerz der Mütter und vorzeitig verwitweten Frauen, den untröstlichen Jammer der allzufrüh der väterlichen Zucht entrissenen Kinder. In Unserer, die tausendfachen Bedrängnisse uahlloser Familien mitfühlenden Seele, eingedenk der hohen, Uns in diesen traurigen Tagen von Unserer köstlichen Friedens- und Liebesmission auferlegten Pflicht, faßten Wir alsbald den festen Entschluß, Unsere ganze Tätigkeit, unser ganzes Können der Versöhnung der kämpfenden Völker zu weihen. Wir versprachen dies feierlich dem göttlichen Erlöser, der mit seinem Blute alle Menschen zu Brüdern machen wollte. „Friede! Liebe!“ waren die ersten Worte, die Wir den Nationen und ihren Leitern als oberster Seelenhirte zuriefen.

Aber unser liebevoller eindringlicher Rat als väterlicher Freund blieb unbeachtet, was Unseren Schmerz vergößerte, aber Unseren Entschluß nicht verringerte. Wir fuhren fort, uns vertrauensvoll an den Allmächtigen zu wenden, der Geist und Herz der Untertanen wie der Könige in seinen Händen hält, und ihn anzuflehen, daß er die Geißel der Menschheit aufhören lasse. Wir wünschten, daß sich mit unserem Gebete alle Gläubigen vereinigen, und, um es wirksamer zu gestalten, es mit christlichen Bußwerken begleiten möchten.

An dem heutigen traurigen Jahrestage des schrecklichen Krieges aber entsteigt Unserem Herzen um so lebhafter der Wunsch nach Beendigung des Konfliktes, um so lauter Unser Friedensruf. Im Namen des heiligen Gottes, im Namen des himmlischen Vaters und um des gebenedeiten Blutes Christi willen, des Preises der Erlösung der Menschheit, beschwören Wir Euch, welche die göttliche Vorsehung zur Regierung der kriegführenden Nationen berief, endlich die schreckliche, nunmehr ein Jahr lang Europa entehrende Metzelei zu beendigen.

Es ist Bruderblut, das über die Erde und Meere dahinfließt. Die schönsten Gegenden Europas sind mit Leichen und Ruinen übersät. Wo kurz vorher die industrielle Tätigkeit in den Werkstätten und die fruchtbare Arbeit der Felder blühte, ertönt jetzt der Donner der Kanonen, die in zerstörender Wut weder Dörfer noch Städte schonen und überallhin Tod und Verderben säen. Ihr, die Ihr vor Gott und vor den Menschen die furchtbare Verantwortung über Frieden und Krieg habt, höret auf unsere Bitte, auf die väterliche Stimme des Statthalters des ewigen höchsten Richters, dem ihr Abrechnung schuldet über Eure öffentlichen Unternehmungen wie Euer privates Leben.

Der große Reichtum, den Gott den Euch untergebenen Ländern verliehen hat, erlaubt Euch die Fortsetzung des Krieges. Aber um welchen Preis? Darauf antworten die tausende täglich auf den Schlachtfeldern hinsterbenden jugendlichen Leben, antworten die Trümmer so vieler Städte, Ortschaften und Denkmäler, die von der Frömmigkeit und der Kunst Eurer Vorfahren errichtet sind. Und jene bitteren, im stillen Kämmerlein, zu Füßen der Altäre geweinten Tränen – wiederholen nicht auch sie, daß der Preis, um den heute der Kampf fortgesetzt wird, viel zu groß ist?

Man erwidere nicht, daß der unmenschliche Konflikt nicht ohne Waffengewalt geschlichtet werden könne. Möge man von der gegenseitigen Zerstörungswut ablassen. Möge man daran denken, daß Nationen nicht aussterben. Wenn sie gedemütigt und unterdrückt werden, tragen sie knirschend das ihnen auferlegte Joch, auf Erlösung hinarbeitend und von Geschlecht zu Geschlecht einen traurigen Rest von Haß und Rachsucht vererbend.
Warum nicht von jetzt an klaren Gewissens die Rechte und gerechten Aspirationen der Völker abwägen? Warum nicht mit kräftigem Willen einen direkten und indirekten Ideenaustausch unternehmen über das Maß der Möglichkeit, jene Rechte, jene Aspirationen abzuwägen, um so den furchtbaren Krieg zu beendigen, wie es bei anderen ähnlichen Gelegenheiten geschehen ist?
Gesegnet sei, wer zuerst den Ölzweig erhebt, dem Feinde die Rechte anbietet und ihm vernünftige Friedensbedingungen vorschlägt! Das Gleichgewicht der Welt, die gedeihliche, sichere Ruhe beruhen vielmehr auf gegenseitigem Wohlwollen, auf Achtung der Rechte und Würde anderer als auf der Menge der Bewaffneten und der Stärke der Festungen.
Das ist der Ruf nach Frieden, der an diesem Trauertage laut aus Unserer Seele hervorgeht. Wir ersuchen alle Friedensfreunde der Welt, Uns die Hand zu reichen, um das Ende des Krieges zu beschleunigen. Gebe der barmherzige Jesus durch die Fürbitte der schmerzhaften Mutter, daß baldigst ein heiteres Friedensmorgenrot erscheine, das Abbild seines göttlichen Antlitzes! Möchten baldigst dem höchsten Bringer alles Guten Hymmnen der Dankbarkeit erschallen für das Zustandekommen der Versöhnung! Möchten die Völker zurückkehren zu friedlichem Wetteifer in Wissenschaft, Kunst und Industrie, im wiederhergestellten Reiche des Rechtes! Mögen sie von jetzt ab die Entscheidung von Zwistigkeiten nicht mehr vom Schwerte, sondern den Vernunftgründen der Gleichheit und Gerechtigkeit anvertrauen, alles abwägend mit pflichtgemäßer Ruhe und Mäßigung.
In herzlichem Vertrauen, daß mit den so ersehnten Früchten der Friedensbaum baldigst wiedererstehe, um die Welt zu beglücken, erteilen Wir den apostolischen Segen allen, die unserer mystischen Herde anvertraut sind, und auch diejenigen, welche noch nicht zur Römischen Kirche gehören, bitten wir den Herrn, daß er sie mit Uns durch die Bande der christlichen Liebe verbinden wolle.

Benedikt XV, Papst.
Gegeben zu Rom im Vatikan, den 28. Juli 1915

(Übersetzung aus dem Buch „Sankt Michael – Ein Buch aus eherner Kriegszeit, 1917″, Verf. unbekannt)

Vertrauen

4. Juli 2008 Kommentieren

Eine Legende erzählt, dass die Engel im Himmel täglich waschkörbeweise die Bitten der Menschen sammeln, sortieren und zu Gott bringen, der sich sorgfältig mit jeder einzelnen Bitte beschäftigt. Eines Tages begannen die Engel darüber zu diskutieren, ob denn dieser ganze Aufwand nötig sei und sich Gott wirklich mit jeder Bitte auseinandersetzen müsse. Zufällig hörte Gott davon. Er kam zu den Engeln und meinte: „Meine lieben Engel, im Grunde habt ihr ja Recht, aber wir müssen mit unseren Menschen viel Geduld haben. Nur manches Mal, wenn ich so die vielen Bitten lese, wünsche ich mir, dass auch ich eine Bitte an die Menschen richten könnte. Ich hätte nur eine einzige Bitte, nämlich, dass mir die Menschen vertrauen.“ Seit dieser Zeit versuchen die Engel den Menschen so gut und so oft wie möglich diesen Wunsch Gottes zu vermitteln: „Gott bittet dich um dein Vertrauen!“

Quelle: Gefunden bei Franz von Sales

Das Ultimatum

3. Juli 2008 Kommentieren

In den letzten Tagen gibt es eine aufgeregte Bewegung in der Frage der nicht in voller Einheit mit dem Römischen Bischof stehenden Bruderschaft St. Pius, die vom Kurienkardinal Hoyos ein so bezeichnetes „Ultimatum“ erhalten haben soll. Das Dokument von Kardinal Castrillón Hoyos stellt fünf Forderungen auf: Außer einer positiven Antwort vor Ende Juni muss sich die Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Person ihres Generaloberen zu Folgendem verpflichten:

1. Zu „einer der Großherzigkeit des Papstes entsprechenden Antwort“;
2. Zum „Vermeiden jeder öffentlichen Stellungnahme, welche die Person des Heiligen Vaters nicht respektieren würde und die negativ wäre für die kirchliche Liebe“;
3. Zum „Vermeiden der Anmaßung eines über dem Heiligen Vater stehenden Lehramtes und der Darstellung der Bruderschaft als in Opposition zur Kirche stehend“;
4. „den Willen zu bezeugen, in aller kirchlichen Liebe ehrlich zu handeln und in der Ehrfurcht vor der Autorität des Stellvertreters Christi“

(Quellen:fsspx.info)

Die Antwort der Piusbruderschaft wird auf deren Seiten eher angedeutet (vgl. Quellenlink):

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wünscht, dass dieser Dialog im lehrmäßigen Bereich geführt werde und alle Fragen einschließt, welche, wenn sie umgangen würden, das Risiko eines in der Überstürzung erarbeiteten kirchenrechtlichen Status nichtig machen würden. Sie glaubt, dass die Zurücknahme der Exkommunikationsdekrete des Jahres 1988 die ruhige Gelassenheit eines solchen Dialoges begünstigen würde.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. maßt sich nicht an, ein über dem Heiligen Vater stehendes Lehramt auszuüben, noch sucht sie sich der Kirche zu widersetzen. In der Nachfolge ihres Gründers will sie weitergeben, was sie selbst empfangen hat, d. h. „was immer, was überall und was von allen geglaubt worden ist“. Sie macht das Glaubensbekenntnis von Erzbischof Lefebvre vom 24. September 1975, das er an Paul VI. richtete, zum ihrigen: „Jesus Christus hat seinem Stellvertreter das Amt übertragen, seine Brüder im Glauben zu stärken und ihn beauftragt, darüber zu wachen, dass jeder Bischof das Glaubensgut treu bewahrt, gemäß den Worten des hl. Paulus an Timotheus.“

In diesem Sinn hat Mgr. Fellay am Donnerstag, dem 26. Juni 2008 auf das Ultimatum hin Papst Benedikt XVI. geantwortet. Kardinal Castrillón Hoyos hat am Tag darauf einfach den Eingang dieser Antwort bestätigt.

Bis auf weitreichendere Informationen wird es keinen Kommentar geben.

Wer die Texte unvoreingenommen liest, und um die seit 20 Jahren bestehende schwierige Situation weiß, der wird erkennen, wie vorsichtig beide Seiten sich annähern. Das „Ultimatum“ des Kardinals stellt unverbindliche Forderungen, welche die Piusbruderschaft ohne weiteres Bejahen kann, sie sind harmlos, adressieren aber nicht das Problem der Piusbruderschaft. Sie sind eine Einladung zum Dialog, welche m.E. in der Stellungnahme der Piusbruderschaft angenommen wird, gleichwohl angedeutet wird, dass dies nicht die Fragen sind, welche der Piusbruderschaft am Herzen liegen. Die Stellungnahme ist behutsam, und deutet an, dass die Antwort vertraulich ist; sie wird gleichwohl nicht gegeben. So dürfen wir auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Wenn gespannt dürfen wir auf die rabiate „Hau-den-Lukas“ Antwort von deutscher Kirchenseite sein. Hier liest man von Meldungen, die Piusbruderschaft habe das Ultimatum abgelehnt etc. Diese Leute versuchen einen Keil zu treiben, und offenbaren damit ihr abstoßend-unehrliches Gebaren wenn es um den Dialog geht:

Domradio, Radio Vatikan, Zollitsch

Mich erinnert der Stil dieser inhaltlich verfälschten, unfairen Berichterstattung an die von Fußballspielen, in denen auf Westkurvenniveau debattiert wird. Wenn die klassischen Vertreter so dünnhäutig reagieren, scheint der Dialog in die richtige Bahn zu laufen. Möge Gottes Segen beide Seiten zu einem guten Ergebnis führen.