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Archiv für Juli 2007

Das RÖMISCHE MESSBUCH 2002

30. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Die deutsche Bischofskonferenz hat eine Arbeitshilfe herausgegeben: Das Missale Romanum – Editio Typica Tertia 2002. Es handelt sich allerdings um eine „Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch“, wie es bei der DBK heisst.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Veröffentlichung einer „Vorabpublikation“ nach 5 Jahren nicht zufällig kurze Zeit nach dem Motu Proprio erfolgt. Was die geneigten Handelnden dazu veranlasst hat, das Missale als „Arbeitshilfe“ zu bezeichnen, bleibt verborgen. Welche Arbeit ist gemeint?

Vielleicht eine Allgemeine Einführung in das RÖMISCHE MESSBUCH Editio typica 3? Nun, es handelt sich auch nur um eine private Übersetzung. Wer es gerne im Original hätte, kann sich beim liturgischen Institut versuchen. Sicher hatte man bei den zuständigen Stellen einfach nur noch keine Zeit gefunden, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

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Fragen und Antworten ?

28. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

In einem Diskussionsforum katholisch Getaufter gibt es eine interessante Frage eines Diskutanten zum Thema Verhalten der katholischen Kirche bei Demonstrationen von pressure groups.

Dabei wird die Gegendemonstration einer Vertretung der Piusbruderschaft, welche nicht mit Rom in voller Einheit steht, während der Kölner Homosexuellendemo „CSD“ thematisiert.

„Trotzdem ist es schon komisch, dass eine Gemeinschaft, die anerkanntermaßen ausserhalb der Kirche steht (wenn sie sich auch drinnen sieht) die Demo in dieser Weise begleitet, während man von der offiziellen Kirche zumindest regionalerweise wenig bis gar nichts hört, zumal nicht von Seiten der sogenannten Basis.“, schreibt der Gewährsmann als Reaktion auf die „Gegendemonstration der Priesterbruderschaft St. Pius X. aus Stuttgart , die die Parade mit Gebeten begleitete, „um den Teilnehmern zu zeigen, dass ihr Verhalten verkehrt ist“.

Reaktionen auf die Anfrage blieben bisher in dem Diskussionsforum aus.

Nicht ausgeblieben ist eine „Pressemitteilung“ des CSD Stuttgart, in der ebenfalls auf die Reaktion der Piusbruderschaft hingewiesen wird. Wenig verwunderlich ist der Versuch, einer sachlichen Debatte auch hier aus dem Weg zu gehen:

„Wie wichtig der CSD mit seinen politischen Forderungen ist, zeigt die Tatsache, dass erstmals seit dem Jahr 2001 wieder eine Gegendemonstration angemeldet wurde. Nach der NPD vor sieben Jahren wird am morgigen Samstag die Priesterbruderschaft St. Pius X. aus Stuttgart die CSD Parade am Marienplatz mit laut gebeteten Rosenkränzen empfangen.“ , heißt es in der Pressemitteilung.

Die Interessengemeinschaft IG Stuttgart verfolgt dabei ihr selbsterklärtes Ziel:

„Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam – immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten laut Angaben der Stuttgarter Polizei etwa 140.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt.“

Kritik wäre eine Diskriminierung, also gibt es auf manche Fragen keine Antworten. Woher z.B. die einen das Recht zur lautstarken Eigenwerbung nehmen, welches sie Andersdenkenden ankreiden, diese Frage stellen wir nicht.

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Rorate Caeli Blog

27. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Der Rorate Caeli Blog erweist sich zunehmend als gutinformiertes Medium. Sowohl Entwicklungen im Vatikan als auch in der Weltkirche sowie in der Presse werden zeitnah und qualitativ hochwertig dokumentiert.

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Schott sei Dank

25. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Heute ist mein neuer Schott zum Missale Johannes XXIII. angekommen. Bisher habe ich mich mit einem antiquarischen Fundstück aus dem Jahre 1934 abgemüht, was auch geht, aber so ein schöner neuer Schott, im Rotschnitt, darüber darf man sich freuen. Ich habe gleich heute den Kindern die Einführung zum Tagesheiligen, den Hl. Jakobus vorgelesen. Sie saugen diese befremdliche Sprache auf wie ein Schwamm, stellen Fragen.

Der nun auch so ein schönes Exemplar erwerben möchte, richtet sein bitten an Pro Missa Tridentina. Es handelt sich um die Dritte Ausgabe des Römischen Meßbuchs, welches von der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) herausgegeben wurde.

Prädikat: Sehr empfehlenswert.

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Radio Vatikan

23. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

In letzter Zeit stelle ich mit Bedauern fest, daß die Nachrichtenqualität von Radio Vatikan die gebotene Genauigkeit vermissen lässt. Auch lese ich aus der Berichterstattung hin und wieder eine tendenziöse, kirchenpolitische Färbung heraus, die ich von einer vatikanischen Informationsquelle so eigentlich nicht erwarten würde. Als Beispiele nenne ich die fehlerhafte Ankündigung der Freigabe der Alten Messe, die als Wiedereinführung des Latein in der Messe uminterpretiert wurde. Oder der Bericht über die angebliche Änderung in den Karfreitagsfürbitten.

Ich meide daher künftig Radio Vatikan als Informationsquelle, wo es möglich ist.

Was mir nicht bekannt ist: Inwiefern eine Verbindung zum deutschen inoffiziellen kath.de Angebot besteht, dessen Informationsangebote ich auch nur mit größter Vorsicht betrachte. Der inoffizielle Charakter des Angebotes – die offiziellen Seiten der katholischen Kirche Deutschlands befinden sich auf katholisch.de – sowie wenig gute Erfahrungen in der Vergangenheit machen mich skeptisch.

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Natürlich werde nach dem alten Messbuch in der Karfreitagsliturgie für die Bekehrung der Juden gebetet

21. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Natürlich werde nach dem alten Messbuch in der Karfreitagsliturgie für die Bekehrung der Juden gebetet, erklärt Monsignore Perl freundlich, aber entschieden. Das sei so gewesen, wenn bei Gottesdiensten aufgrund des 1988 möglich gemachten Indults das römische Messbuch Johannes XXIII. von 1962 verwandt wurde, und das werde so bleiben, wenn die Messe in Zukunft ohne Indult oder Sondererlaubnis nach der außerordentlichen Form des Römischen Ritus der katholischen Kirche gefeiert werde.

Das berichtet heute kath.net zu den aufgeworfenen Fragen zum Motu Prorio Summorum Pontificum. Ich kann auch nicht verstehen, wo das Problem ist. Warum sollte die Kirche nicht um die Bekehrung von Menschen beten, die ihre Taufe noch vor sich haben? Hier schwingt doch etwas ganz anderes im Hintergrund: Mit der deutschen Geschichte sind jene zwölf finstere Jahre des Nationalsozialismus verbunden, die – gemessen am Leid durch Gottlosigkeit – beispiellos waren. Hier gibt es ein zweifelsohne eine politisch/gesellschaftliche Aufgabe im Umgang mit jener Zeit. Dennoch gibt es auch eine gefährliche Komponente in der Aufarbeitung: Nicht etwa das redliche Engagement im Kampf gegen rechte Ideologie, sondern die Instrumentalisierung dieser Aufgabe für andere Zwecke. Das ist es, was im Hinblick auf die Kirche passiert; die Karfreitagsfürbitten zur Bekehrung der Juden sind eine theologische Aufgabe, die nichts mit der oben beschriebenen Aufgabe gegen Rechte zu tun hat. Im Gegenteil: Die Bitte an Gott (!) zur Bekehrung von Menschen ist eine Liebestat. Wie durch die Hintertür wird im Bekehrungswunsch an Gott etwas Negatives interpretiert.

Erfreulicherweise sieht man im Vatikan klar, und lässt sich nicht auf dieses Spielchen einer ideologisierten Alte-Messe-Neue-Messe-Kampagne ein. Er lässt sich auch nicht auf die – vielleicht berechtigtere – Frage ein, warum denn in der Neuen Messe nicht mehr für die Bekehrung der Juden gebetet wird.

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Der russisch-orthodoxe Bischof von Wien zum Kirchenstreit

12. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Die Medienwahrnehmung zum neuen Dokument der vatikanischen Glaubenskongregation konzentriert sich auf emotionalen Protest der Protestanten gegenüber dem Vatikan.

Nüchterner sieht des offenbar die Orthodoxie; nicht nur das: Sie scheint die Bewertung der katholischen Kirche zu den Gemeinschaften der Reformation zu teilen. Zenit berichtet:

Bezüglich der orthodoxen Kirchen erklärt das Dokument, dass „diese Kirchen trotz ihrer Trennung [von Rom] wahre Sakramente besitzen, und zwar vor allem kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie“. Somit werden die apostolische Sukzession und die Sakramente als wesentliche Kennzeichen der Kirche angegeben.

Die Orthodoxen glauben ebenfalls, dass die apostolische Sukzession und die Sakramente wesentliche Kennzeichen der Kirche sind. Deshalb werden die Orthodoxen dem zustimmen, dass jene kirchlichen Gemeinschaften, die über keine apostolische Sukzession verfügen und die das ursprüngliche Verständnis der Eucharistie und der anderen Sakramente nicht beibehalten haben, nicht „Kirchen“ im eigentlichen Sinne genannt werden können.

Die Spaltung zwischen Orthodoxen und Protestanten geht daher viel tiefer und sie ist viel grundlegender als die Spaltung zwischen Orthodoxen und Katholiken.

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Der Alte Ritus und der Neue Ritus

6. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Nach fast 40jähriger Ächtung während der nachkonziliaren Rezeptionsphase und im Nachgang zur Liturgiereform Papst Pauls VI. gibt unser Heiliger Vater Papst Benedikt morgen früh mit seinem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ den Römischen Ritus im überlieferten Usus wieder frei.
Aber auch in der Zwischenzeit wurden sogenannte Indultmessen gefeiert, also mit bischöflicher Genehmigung. Beispiele für Gemeinschaften sind:
Das Institut Christus König
Die Bonner Indultgemeinde
Pro Missa Tridentina bietet eine Liste mit Gottesdiensten des Alten Ritus an.
Die Petrusbruderschaft, der Priester des Alten Ritus angehören, erläuter auf der Seite Die Alte Messe den Ablauf nach dem Missale von 1962

Mit der breiten Diskussion in den Medien werden sicherlich auch Kontroversen aufkommen, und neues Interesse für die Alte Messe geweckt. Da der Römische Ritus im Neuen Usus oftmals von Mißbräuchen und Plattheiten geprägt ist, wird die Freigabe der Alten Messe mitunter in diesen Kreisen als Angriff auf die eigene Praxis verstanden. Vor diesem Hintergrund sind entsprechende Kommentare einzuordnen, die bedauerlicherweise auch aus offiziellen kirchlichen Kreisen stammen.

Man kann aber gewiß sein, daß Papst Benedikt in dieser Angelegenheit sehr tiefschürfend recherchiert hat und excellent beraten wurde. Sein Motu Proprio ist nichts weiter als die konsequente Liberalisierung der Katholischen Kirche. Das Paradox, daß das ehemals Heiligste nun geächtet wird, hat er aufgelöst.

Worum es im Kern geht, zeigt sehr pointiert, fast überspitzt, die Süddeutsche Zeitung auf:

Weihwassersegen, Stufengebet, Gregorianik, Hochaltar treten demnach gleichberechtigt neben Shakehands im Kirchenschiff, landessprachliche Gebete, zeitgenössisches Liedgut, Volksaltar.

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Diskussionen

5. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

In den verschiedenen Internetforen werden erste Reaktionen auf das Motu Proprio „summorum pontificum“ sichtbar.
In einem Forum gibt es zum Beispiel auch einen Kommentar einer Teilnehmerin zum Flyer der Priesterbruderschaft St. Pius X. Der Alte Ritus kennt sehr filigrane Regeln, welche Formen und Bewegungen einzuhalten sind. Sie schreibt dazu:

Irgendwie erinnert mich das an Bestimmungen zur Zeit Jesu, wo geregelt war, dass man am Sabbat ein Tier nicht zur Tränke führen durfte, aber den Strick mit der linken Hand lösen, dass es selbst aus der Zisterne saufen konnte (und wenn es hineingefallen war, durfte man es herausholen). Das ist doch eigentlich die Lage, der jesus entgegensetzte: mein Joch ist sanft und meine bürde ist leicht (zumindest leicht zu merken).

Unabhängig von der Frage, wieviele Regeln ein Ritus haben sollte, so ist es doch geradezu das Wesen eines Ritus, eines Rituals, eine gleichförmige, gleichbleibende Aktivität regelmäßig zu wiederholen. Das Zähneputzen z.B. folgt einem sehr genauen Ritual. Der Zahnarzt schreibt einem sogar sehr genau die Kreis- und Schrubbewegungen vor. Das ist das Wesen des Rituals und damit auch des Ritus.

Es ist allerdings genau der zentrale Knackpunkt, dass in der Folge des 2. Vatikanums eine enorme ritus- bzw. ritualfeindliche Geisteshaltung eingetreten ist. Untermauert wurde dies stets mit solchen Bibelzitaten, wie sie oben stehen.
Das ist das große Mißverständnis des Konzils: Es hat die zeitgeistige Ächtung ritueller Handlungen, auch profaner Art, in sich aufgesogen und unter der Handelsmarke „Geist des Konzils“ in die Kirche eingeführt.

Dass Jesus in der Bibel allerdings selber genügend Rituale durchführt, das verschweigt man lieber. Er wurde getauft, er hat am Hochzeitsmahl, am Zöllnermahl teilgenommen, er hat exorziert und das Letzte (!) Abendmahl durchgeführt. Die Jünger haben ihn am Abendmahlsritus erkannt:

„Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.“ (Lk 24,30f)

Wir Menschen brauchen Rituale. Sie müssen gleich sein und sich wiederholen, damit sie Rituale bleiben. Der Ritus, die Form ist nicht egal, sonst haben wir keine Orientierung.

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Flyer für die Alte Messe?

4. Juli 2007 weberknecht Kommentieren

Nachdem der überlieferte Römische Ritus, von dem das Hl. Konzil zu Trient sagt, daß „dessen Kanon die Hl. Kirche vor vielen Jahrhunderten eingeführt hat und von allem Irrtum rein ist,“ von Papst Benedikt freigegeben wurde, gibt es nun einzelne Aktionen, um von dem neuen Recht Gebrauch zu machen. So bietet die Priesterbruderschaft St. Pius X, welche in der Nachfolge des exkommunizierten Erzbischofs Lefebvre steht, einen „Flyer“ an, mit dem für das Hl. Meßopfer im außerordentlichen Ritus geworben wird.

Mich wundern zwei Dinge:

Einmal: Warum wenden sie nicht die von ihnen oftmals gepriesene Eindeutigkeit auf sich selbst an, und sagen, daß sie nicht für den außerordentlichen Römischen Ritus werben, sondern für sich selbst? Denn den einen Ritus in der außerordentlichen Form haben auch andere Gruppierungen bewahrt, zuvorderst die Petrusbruderschaft, aber auch die übrigen Ecclesia Dei Gruppen wie Institut Christus König oder auch einzelne Indultgemeinden. Die überlieferte Messe ist nicht in erster Linie Merkmal der Piusbruderschaft. Ihr Merkmal sind exkommunizierte Bischöfe, die sich im Ungehorsam zum Papst befinden.

Zum anderen: Wenn die Piusbruderschaft einen Sinn für das Schöne haben sollte, warum verwendet sie dann für ihr Anliegen diese Wort:

FLYER ?

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