In einem Diskussionsforum katholisch Getaufter gibt es eine interessante Frage eines Diskutanten zum Thema Verhalten der katholischen Kirche bei Demonstrationen von pressure groups.
Dabei wird die Gegendemonstration einer Vertretung der Piusbruderschaft, welche nicht mit Rom in voller Einheit steht, während der Kölner Homosexuellendemo „CSD“ thematisiert.
„Trotzdem ist es schon komisch, dass eine Gemeinschaft, die anerkanntermaßen ausserhalb der Kirche steht (wenn sie sich auch drinnen sieht) die Demo in dieser Weise begleitet, während man von der offiziellen Kirche zumindest regionalerweise wenig bis gar nichts hört, zumal nicht von Seiten der sogenannten Basis.“, schreibt der Gewährsmann als Reaktion auf die „Gegendemonstration der Priesterbruderschaft St. Pius X. aus Stuttgart , die die Parade mit Gebeten begleitete, „um den Teilnehmern zu zeigen, dass ihr Verhalten verkehrt ist“.
Reaktionen auf die Anfrage blieben bisher in dem Diskussionsforum aus.
Nicht ausgeblieben ist eine „Pressemitteilung“ des CSD Stuttgart, in der ebenfalls auf die Reaktion der Piusbruderschaft hingewiesen wird. Wenig verwunderlich ist der Versuch, einer sachlichen Debatte auch hier aus dem Weg zu gehen:
„Wie wichtig der CSD mit seinen politischen Forderungen ist, zeigt die Tatsache, dass erstmals seit dem Jahr 2001 wieder eine Gegendemonstration angemeldet wurde. Nach der NPD vor sieben Jahren wird am morgigen Samstag die Priesterbruderschaft St. Pius X. aus Stuttgart die CSD Parade am Marienplatz mit laut gebeteten Rosenkränzen empfangen.“ , heißt es in der Pressemitteilung.
Die Interessengemeinschaft IG Stuttgart verfolgt dabei ihr selbsterklärtes Ziel:
„Der Vereinszweck (VR 6575) ist es, die Öffentlichkeit über die Lebensbedingungen von gesellschaftlichen Minderheiten insbesondere homo-, bisexueller und transgender Menschen aufzuklären. Der Verein verfolgt dies insbesondere dadurch, dass er öffentliche Veranstaltungen, wie die politische CSD Parade durchführt, bei denen die Vielfalt und die vorhandenen Probleme sichtbar gemacht werden. Durch aktive Presse- und Medienarbeit sowie ein ausgefeiltes Werbekonzept macht der CSD lautstark auf sich und seine Klientel aufmerksam – immer mit dem Ziel, realistisch und hautnah über die Lebensweisen der homosexuellen Bevölkerung zu informieren und Vorurteile abzubauen. Damit wird nicht nur dem Vereinsziel Rechnung getragen, sondern auch die Landeshauptstadt in ein weltoffenes Licht gerückt. Standortwerbung einmal anders. Im letzten Jahr verfolgten laut Angaben der Stuttgarter Polizei etwa 140.000 Zuschauer die CSD Parade in der Innenstadt.“
Kritik wäre eine Diskriminierung, also gibt es auf manche Fragen keine Antworten. Woher z.B. die einen das Recht zur lautstarken Eigenwerbung nehmen, welches sie Andersdenkenden ankreiden, diese Frage stellen wir nicht.